Zero-plastic im petfood-Bereich?

Kategorie: Verpackung

Plastik spaltet die Verbraucher in verschiedene Lager. Viele meinen, dass durch unseren gelben Sack das Recycling so gut wie gelöst sei oder dass mehr Verpackung kein Problem der Umwelt ist, sondern eher der Nahrungsmittelsicherheit dient: die lange Haltbarkeit hält frisch und verringert Verschwendung. Die Plastikgegner sagen, dass wir bis 2050 mehr Plastik als Fische in den Weltmeeren haben und so schnell wie möglich Plastik reduzieren und z.B. unverpackt einkaufen müssen. Dazwischen gibt es unendlich viele Schattierungen und letztlich auch von der Wissenschaft keine klaren Antworten. Die Politik hat eine Antwort gegeben: es gibt eine deutliche Erhöhung der Mindestmenge an Kunststoff, das dem stofflichen Recycling zugeführt werden muss auf über 63% ab 2022 (46% Ist in 2017). Bisher wird der überwiegende Teil des Plastik thermisch verwertet. Stoffliche Verwertung heißt aber noch nicht, daß bei uns in den neu produzierten Kunststoffen ein Anteil von 63% Rezyklat verarbeitet ist. Dieser Anteil ist mit unter 20% wesentlich geringer.

Was hat das mit z.B. dem Trockenfutter für Hunde und Katzen zu tun? Es wird überwiegend in Plastikverpackungen verkauft. Plastik ist eben auch äußerst gut geeignet, die Frische und Verkehrsfähigkeit für 12-24 Monate abzusichern. Meist sind es aber Verbundkunststoffe, da jeden Kunststoffart andere Vorzüge hat: mal ist sie reißfest und durchstoßsicher, mal Wasserdampf- und Sauerstoffdicht, mal leicht zu verschließen und mal besonders schön zu bedrucken. So entwickelte über die Jahre die Verpackungsindustrie die „optimale“ Verpackung: PET, Aluminiumbedampfung und PE-Schicht u.v.m. sind untrennbar miteinander verbunden. In Deutschland kann dies aktuell nur verbrannt werden, in Europa oftmals deponiert. Und außerhalb von Europa hat es manchmal ein sehr langes, aber unschönes Leben in der freien Natur. Was für Alternativen haben wir?

Aktuell erscheint die Wahl auf Monomaterialien zu fallen. Bei Kleingebinden gibt es diese schon länger und sind (theoretisch) voll recycelbar. Bei Großgebinden gibt es auch schon erste Lieferanten. Ob und wenn ja wie gut sie die diversen Anforderungen bestehen können muss die Praxis beweisen. Aber selbst dann ist es vielleicht nur ein  Pyrrhussieg. Denn eigentlich sollte das Ziel der circular economy Einzug halten. Im Idealfall sollte das Gebinde aus Recyclingmaterial im Kreislauf produziert werden und danach selbst wieder zu Rezyklat werden. Dazu bräuchten wir eine funktionierende Rezyklatwirtschaft, in der Rezyklat mit Mindestmengen eingesetzt werden muss und/oder es einfach günstiger ist als Primärkunststoff. Beides ist aktuell schwierig.

Trotzdem erscheint es als die umweltfreundlichste Alternative. Recyclingfähige Papiersäcke sind nicht fettdicht. Und eigentlich gute Lösungen wie Polywoven werden vom Kunden nicht als Super Premium angenommen und sind im Alltag nur wenig anzutreffen. Auf Dauer muss der Verkauf gerade von kleineren Mengen in unverpackt Läden geprüft werden.

Ideen wie kompostierbare Verpackungen oder auch Biokunststoffe sind von der Umweltfreundlichkeit sehr differenziert zu betrachten. Kompostierbarkeit ist nur dann sinnvoll, wenn das leere Gebinde wirklich in eine Kompostieranlage kommt. Dies wird in der Praxis oft scheitern. Und Biokunststoffe aus z.B. Zuckerrohr oder Kartoffel sind vom Rohstoff her zwar CO2-neutral, in der Praxis gehen sie aber oft mit Pestizid-/Düngereinsatz und einer geringen Verfügbarkeit bei relativ hohem Preis einher. Und am Ende sind sie ggf. auch wieder nur thermisch zu verwerten.

Die gute Nachricht am Ende ist, dass die die Unterschiede in der Auswirkung der Verpackung zwischen den Fütterungssystemen Trockenfutter und Nassfutter wesentlich größer ist als zwischen den Gebindearten innerhalb Trockenfutter. Nassfutter mit seinem hohen Müllanteil im Verhältnis zu den Nährstoffen/Gebinde erzeugt immer einen größeren CO2-Footprint als Trockenfutter ceteris paribus.

Seien Sie gespannt auf „die Einsichten“ zum Thema Nassfutterverpackungen!

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