CO2-Kompensation ist immer richtig!

Kategorie: Klima

Gutes Tun ist nicht falsch, nur weil der Beweggrund diskutabel ist.

Neulich habe ich von meinem Freund Richard Häußler aus Berlin einen seiner lesenswerten Newsletter bekommen. Er fing an: „Es geschieht meinem Vater schon recht, wenn ich mir die Hände verfriere!“, sagte der Knabe, „Warum kauft er mir keine Handschuhe?“ Dieses Zitat stammt von dem Schweizer Dichter und Politiker Gottfried Keller (1819-1890). Es dient gewöhnlich dazu, eine Haltung zu decouvrieren, die aus moralischer Entrüstung und Schuldzuschreibung an andere zu einer selbstgefährdenden Passivität und Verantwortungslosigkeit führt. Statt pragmatisch zu handeln und die eigenen Finger vor dem Erfrieren zu schützen, ist es dem zitierten Knaben wichtiger, sein Konzept eigener Unzuständigkeit anklagend vor sich herzutragen.“

Ein anderer sehr bekannter Wissenschaftler und Autor Prof. Dr. Radermacher beschreibt ähnliches in seinem Buch „Der Milliarden Joker“: 10% der reichsten Weltenbürger erzeugen 50% der Treibhausgas-Emissionen. Wenn diese wohlhabenden Menschen heute noch einige hundert oder tausende von € in Aufforstung und Walderhalt investieren, ist der Welt mehr geholfen, als wenn sie sich jahrelang über die moralische Fragwürdigkeit von Kompensation unterhalten. Unseren überbordenden Lifestyle zu erkennen und den Konsum zu reduzieren ist fraglos moralisch und sachlich das Richtige. Aber bis dahin ist das allseits anerkannte und seit Jahrhunderten erfolgreich umgesetzte Aufforsten als Teil der „Natural climate solutions“ eine einfach zu praktizierende, immer richtige und (im Vergleich zu anderen Maßnahmen, Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu entnehmen) günstig. Noch effizienter und effektiver nicht zuletzt für die Erhaltung und Erhöhung der Biodiversität ist nur noch der weitgehend unbekannte Urwalderhalt.

Sie und ich können mit wenigen Clicks in Gold Standard zertifizierte Projekte für den Erhalt von Urwald unser Geld investieren. Ich habe selbst gesehen und durfte erfahren, wie z.B. https://www.carbontanzania.com erfolgreich in Tansania tausende von ha wertvollen Primärwald vor der sicheren Abholzung bewahrt. International erfolgreich erprobten Strategien folgend wird die Biodiversität des Urwalds bewertet und die Waldnutzung in einem „land use plan“ festgehalten. Zusammen mit der Regierung wird auf Jahrzehnte hinaus festgelegt, wie welcher Teil des Waldes von den Einheimischen genutzt werden darf: wo darf Ackerbau betrieben werden, wo Nutztiere gehalten werden und wo muss die Natur aktiv von Rangern vor Abholzung und Wilderei geschützt werden. Alles wird mehrfach kontrolliert und letztlich findet eine Schätzung der nachhaltig und zusätzlich gebundenen (denn ohne aktiven Schutz würde der Wald gerodet werden für Holzkohle und Viehzucht) Kohlenstoffmengen statt. Für diese Mengen werden Carbon Credits vergeben, die stillgelegt werden.

Kritikpunkte wie hohe Verwaltungskosten und Unsicherheiten in der Durchführung selbst müssen in jedem Projekt geprüft werden. Bei Carbon Tanzania habe ich mich selbst überzeugt, dass deren Arbeit seriös und nachhaltig ist. Oft werde ich gefragt, warum das in Afrika und nicht in Europa durchgeführt wird? Einmal, weil Credits aus Kompensationsprojekten nur außerhalb von Europa anrechenbar sind. Und weil Wald in Äquatornähe viel schneller wächst als in Europa. Für dasselbe Geld wird viel schneller Kohlenstoff gebunden. Davon unbenommen ist es auf jeden Fall richtig, bei uns den von Trockenheit und Borkenkäfer gebeutelten Wald zukunftsfähig umzubauen. Jedoch ist das global gesehen ein Nullsummenspiel: wir binden keinen neuen Kohlenstoff, wenn wir nicht massiv neue Flächen für Wald ausweisen.

Was hat das mit pet care und Haustierhaltung in Europa zu tun? Sehr viel, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass durch unseren Lebensstil, den nur die Wenigsten freiwillig zurückschrauben durchschnittlich ca. 10 to/Jahr CO2 – Äquivalente emittiert werden. Davon trägt nach jetzigem Stand ein Hund z.B. mit durchschnittlich 630 kg CO2 – Äquivalente bei. Dies können wir für kleines Geld kompensieren, und das sollten wir noch heute tun (z.B. https://www.carbontanzania.com/buy-carbon-offsets/buy-offsets-2/).

Der Greenologe macht Marken, Menschen und Märkte mutig grüner.

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